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Ratgeber · Minijob

Minijob 2026: Verdienstgrenze, Abgaben und Pflichten für Arbeitgeber

Minijobber sind in vielen kleinen Betrieben die Reserve für Spitzen: im Laden, in der Praxis, in der Küche. Die Grenze steigt mit jedem Mindestlohnschritt, die Abgaben ändern sich 2027, und die Pflichten werden oft unterschätzt. Hier sind die Zahlen für 2026 und die Rechnung dazu.

Kurz gesagt

  • Der Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2026 13,90 Euro, ab 2027 14,60 Euro. Die Minijob-Grenze liegt 2026 bei 603 Euro im Monat.
  • Arbeitgeber zahlen im gewerblichen Minijob 2026 bis zu 31,17 Prozent an Pauschalen und Umlagen, Minijobber 3,6 Prozent zur Rentenversicherung, wenn sie sich nicht befreien lassen.
  • Ab 2027 steigt die Krankenversicherungspauschale voraussichtlich von 13 auf 17,5 Prozent.
  • Minijobber haben Anspruch auf Urlaub und Entgeltfortzahlung. Ihre Arbeitszeit müssen Sie nach § 17 MiLoG binnen sieben Tagen aufzeichnen.

Die Grenze 2026: 603 Euro

Die Verdienstgrenze ist seit 2022 an den Mindestlohn gekoppelt. Sie entspricht dem Monatsverdienst bei zehn Wochenstunden zum Mindestlohn und wird berechnet, indem der Mindestlohn mit 130 multipliziert, durch drei geteilt und auf volle Euro aufgerundet wird (§ 8 Abs. 1a SGB IV). Der Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2026 13,90 Euro und ab 1. Januar 2027 14,60 Euro je Stunde (§ 1 MiLoV5).

JahrMindestlohnRechnungGrenze im Monat
202613,90 Euro13,90 × 130 ÷ 3 = 602,33603 Euro
202714,60 Euro14,60 × 130 ÷ 3 = 632,67633 Euro (rechnerisch)

Aufs Jahr gerechnet sind das 2026 bis zu 7.236 Euro (Minijob-Zentrale). Den Wert für 2027 gibt das BMAS im Bundesanzeiger bekannt. Wer genau 603 Euro zum Mindestlohn verdient, darf höchstens rund 43 Stunden im Monat arbeiten (603 ÷ 13,90 = 43,38). Wenn Sie den Stundenlohn erhöhen, sinken die möglichen Stunden.

Ausnahmsweise mehr verdienen

Ein unvorhersehbares Überschreiten schadet nicht, wenn es in einem Zeitjahr in höchstens zwei Kalendermonaten vorkommt und jeweils höchstens um den Betrag der Grenze (§ 8 Abs. 1b SGB IV). In einem solchen Monat sind also bis zu 1.206 Euro möglich. Geplante Mehrarbeit, etwa für das Weihnachtsgeschäft, fällt nicht darunter.

Was Sie 2026 an Abgaben zahlen

Für einen gewerblichen Minijob mit Verdienstgrenze gelten 2026 diese Sätze (Minijob-Zentrale, Beiträge 2026):

AbgabeArbeitgeberMinijobber
Krankenversicherung, pauschal13 %
Rentenversicherung15 %3,6 %
Pauschsteuer2 %
Umlage U1 (Krankheit), seit 2026 gesenkt0,8 %
Umlage U2 (Mutterschaft)0,22 %
Insolvenzgeldumlage0,15 %
Summe31,17 %3,6 %

Statt der Pauschsteuer von 2 Prozent können Sie die Lohnsteuer auch nach den Merkmalen der Person abrechnen. Den Anteil von 3,6 Prozent zur Rentenversicherung behalten Sie vom Lohn ein. Minijobber können sich davon auf Antrag befreien lassen, der Antrag geht an Sie als Arbeitgeber (§ 6 Abs. 1b SGB VI).

Rechenbeispiel bei 603 Euro

  • Abgaben des Arbeitgebers: 603 × 31,17 % = rund 187,96 Euro. Ihre Kosten liegen damit bei rund 790,96 Euro im Monat.
  • Anteil des Minijobbers ohne Befreiung: 603 × 3,6 % = rund 21,71 Euro. Ausgezahlt werden rund 581,29 Euro.

Die Cents können je nach Rundung einzelner Beträge abweichen. Der Beitrag zur Unfallversicherung ist darin nicht enthalten.

Was 2027 teurer wird

Die Minijob-Zentrale führt eine Chronik der Vorhaben (Minijob-Zentrale, Stand 1. Oktober 2026). Für Arbeitgeber zählen zwei Punkte:

  • Krankenversicherung: Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist im Juli 2026 verkündet worden. Danach steigt die Pauschale für gewerbliche Minijobs zum 1. Januar 2027 von 13 auf voraussichtlich 17,5 Prozent. Bei 633 Euro im Monat wären das 4,5 Prozentpunkte oder rund 28,49 Euro mehr pro Minijob und Monat.
  • Pauschsteuer: Der Regierungsentwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 sieht vor, sie von 2 auf 5 Prozent anzuheben. Das ist ein Entwurf, beschlossen ist es noch nicht.

Gleiche Rechte wie im Vollzeitjob

Minijobber sind arbeitsrechtlich weitgehend gleichgestellt. Sie haben Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub, auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und an Feiertagen (Minijob-Zentrale). Der gesetzliche Mindesturlaub wird auf die Arbeitstage umgerechnet:

Arbeitstage pro WocheRechnungGesetzlicher Mindesturlaub
124 × 1 ÷ 64 Tage
224 × 2 ÷ 68 Tage
324 × 3 ÷ 612 Tage

Grundlage sind die 24 Werktage aus § 3 BUrlG, bezogen auf eine Sechs-Tage-Woche. Gewähren Sie Vollzeitkräften mehr, steht Minijobbern anteilig ebenfalls mehr zu. Für Ihre konkreten Zahlen hilft der Urlaubsanspruch-Rechner. Bei Krankheit gilt für gewerbliche Minijobber das eAU-Verfahren, siehe eAU für Arbeitgeber.

Arbeitszeit aufzeichnen: binnen sieben Tagen

Für Minijobber gilt eine eigene, strenge Aufzeichnungspflicht: Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit müssen spätestens bis zum Ablauf des siebten Kalendertages nach dem Arbeitstag notiert und mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden (§ 17 Abs. 1 MiLoG). Ausgenommen sind nur Minijobs im Privathaushalt. Die Aufzeichnung ist auch Ihr Beleg dafür, dass Stunden und Lohn zum Mindestlohn passen. Wie die allgemeine Pflicht für alle Beschäftigten aussieht, steht in Arbeitszeiterfassung: Was 2026 Pflicht ist.

Abgrenzung: kurzfristig und Midijob

  • Kurzfristige Beschäftigung: unabhängig vom Verdienst, wenn sie im Kalenderjahr auf höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV).
  • Midijob: Ab 603,01 Euro beginnt der Übergangsbereich. Er reicht bis zu einem regelmäßigen Entgelt von 2.000 Euro im Monat (§ 20 Abs. 2 SGB IV). Hier zahlen Beschäftigte reduzierte Sozialbeiträge.

Minijobber im System

Gerade bei Aushilfen gehen Stundenzettel und Urlaubstage leicht verloren. In HR FLARE stempeln Minijobber am Handy ein und aus, ihr Urlaubskonto läuft in Tagen wie bei allen anderen, und Lohnunterlagen und Gehaltsabrechnungen liegen an einem Ort. Sozialabgaben berechnet HR FLARE nicht und meldet nichts an die Minijob-Zentrale, das bleibt bei Ihrer Lohnabrechnung. Bis 10 Mitarbeitende ist HR FLARE kostenlos.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2026?
603 Euro im Monat, im Jahr bis zu 7.236 Euro. Sie ergibt sich aus dem Mindestlohn von 13,90 Euro mal 130 geteilt durch 3, aufgerundet.
Wie viele Stunden darf ein Minijobber 2026 arbeiten?
Zum Mindestlohn von 13,90 Euro rund 43 Stunden im Monat (603 ÷ 13,90 = 43,38). Bei einem höheren Stundenlohn entsprechend weniger.
Was kostet ein Minijobber den Arbeitgeber?
Im gewerblichen Minijob 2026 bis zu 31,17 Prozent Abgaben auf den Lohn: 13 Prozent Krankenversicherung, 15 Prozent Rentenversicherung, 2 Prozent Pauschsteuer und Umlagen. Bei 603 Euro sind das rund 188 Euro.
Haben Minijobber Anspruch auf Urlaub?
Ja. Der gesetzliche Mindesturlaub wird auf die Arbeitstage umgerechnet: bei zwei Arbeitstagen pro Woche 24 × 2 ÷ 6 = 8 Tage im Jahr.
Was ändert sich 2027 beim Minijob?
Der Mindestlohn steigt auf 14,60 Euro, die Grenze rechnerisch auf 633 Euro. Die Krankenversicherungspauschale steigt voraussichtlich auf 17,5 Prozent. Eine höhere Pauschsteuer von 5 Prozent ist geplant, aber noch nicht beschlossen.

Quellen

  1. § 1 Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung (MiLoV5)
  2. § 8 SGB IV, Geringfügige Beschäftigung und Geringfügigkeitsgrenze
  3. § 20 SGB IV, Übergangsbereich
  4. § 6 SGB VI, Befreiung von der Versicherungspflicht
  5. § 17 Mindestlohngesetz, Aufzeichnung der Arbeitszeit
  6. § 3 Bundesurlaubsgesetz, Dauer des Urlaubs
  7. Minijob-Zentrale, Minijob mit Verdienstgrenze
  8. Minijob-Zentrale, Minijob-Beiträge 2026 (16. Dezember 2025)
  9. Minijob-Zentrale, Rund um Minijobs: Chronologie der aktuellen Vorhaben (1. Oktober 2026)

Zuletzt geprüft am 29. Oktober 2026.

Keine Rechtsberatung. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und Ihr Arbeitsvertrag können abweichende Regeln enthalten. Wenden Sie sich für eine verbindliche Auskunft an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, Ihre Steuerberatung oder die zuständige Behörde.

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